WLAN »00:42:de:ca:fb:ad«?

Da jüngst hierzu Fragen aufkamen, ein Versuch, das technische Drumherum möglichst anschaulich zu erklären.

Vor fast einem Jahr wurde hier über unsere neue Infrastruktur berichtet; das war ein detailierter Blick über das Netz, was im Hintergrund werkelt, damit die Freifunk-Knoten vor Ort so funktionieren können, wie sie sollen.

Jetzt tauchte aber mal die Frage auf, was es denn mit diesem WLAN »00:42:de:ca:fb:ad« auf sich habe (bzw. »00:23:de:ca:fb:ad« in der Müritz-Region), welches auftaucht, sobald man einen Freifunk-Knoten aufgestellt hat — eine einfache Frage, die eine etwas komplexere Antwort bedingt.

Grob skizziert und im Text erklärt hatten wir das schon mal 2014 in Technik: Überblick, aber vermaschte (Funk-) Netzwerke sind technisch doch etwas komplexer, als das es mit 6 Icons zu erklären wäre.

Dankenswerterweise hat ›irgendwer‹ mal ein Schaubild gebastelt, wie die Komponenten (WLAN, WAN-Anschluß, ggf. LAN-Switch) in einem aktuellen, mit einer auf »Gluon« basierenden Firmware ausgestatteten, Freifunk-Router zusammenspielen; ›irgendwer‹, da ich das Bild bei Freifunk Altdorf gefunden habe mit der Angabe »Quelle: Freifunk Magdeburg / München / Freifunk-Altdorf (Copyright Lizenz: CC BY-SA 4.0)«, die Ausgangsgrafik des folgenden Schaubilds im SVG-Format dann bei Freifunk Hamburg …Sche­ma­tische Dar­stell­ung eines Frei­funk-Kno­tens und sein­er Ein­bind­ung ins Frei­funk-Netz.
Oben also ein Versuch darzustellen, wie besagte Komponenten im Freifunk-Router zusammenspielen. Man sieht zum Beispiel, wie die Daten vom Freifunk-Accesspoint durch den WAN-Anschluß getunnelt werden und somit auch keine direkte Gefahr von Freifunk-WLAN-Nutzern bezüglich der Daten des LANs des Knotenaufstellers besteht.

Auch zu erkennen: Ein aktueller Freifunk-Router sendet zwei WLAN-Signale aus: eines für normale Clients wie Smartphones, Tablets und Laptops mit der Kennung »KreisGT.freifunk.net« (bzw. in der Müritz-Region »mueritz.freifunk.net«). Und ein zweites, dessen Name eher nach Datenmüll aussieht: »00:42:de:ca:fb:ad« bzw. »00:23:de:ca:fb:ad«. Über dieses zweite WLAN verbinden sich die Freifunk-Router untereinander und bilden damit ein sogenanntes Maschennetzwerk (engl. »mesh network«). Dieses zweite WLAN funktioniert in einem bestimmten Modus, dem sogenannten Ad-Hoc-Modus. Er erst ermöglicht überhaupt die Datenweitergabe von Freifunk-Router zu Freifunk-Router über WLAN, ohne das ein zentraler Accesspoint jene verbände.

Bevor wir aber nun in die Tiefen von Maschennetzwerken, dynamischem Routing in solchen Netzen und dergleichen abdriften: Fragen zur Technik lassen sich am besten interaktiv bei einem unserer Treffen besprechen. Oder schreibt uns eine eMail, ggf. telefonieren wir dann und klären, was unklar blieb ;-)


Initial veröffentlicht unter: https://blog.guetersloh.freifunk.net/?p=5191

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